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Ausstellungen

Erstes Rendez-vous
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Yvette LUNDY
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Bertrand HERZ
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Vom 18. November bis zum 30. Dezember 2010 

Eine temporäre Ausstellung mit dem Titel „La déportation dans les camps nazis” (Die Deportation in die Nazilager) findet in der Halle statt. Diese Leihgabe des „Office National des Anciens Combattants et Victimes de Guerre“ (Staatliches Amt für Veteranen und Kriegsopfer) besteht aus mehreren Tafeln, die die Deportation im historischen und ideologischen Kontext des Nationalsozialismus präsentieren und die Aspekte des Lebens im Konzentrationslager herausheben. Sie wird durch die Ausstellung einer Reihe von Gegenständen komplettiert, die das tägliche Leben im elsässischen Konzentrationslager Struthof wiedergeben.
Auch zwei Zeitzeugen kommen zu Wort:
Am 29. November 2010 von 13.30 Uhr bis 16 Uhr: Yvette LUNDY, eine Widerstandskämpferin, die in das Lager Ravensbrück deportiert wurde.
Am 9. Dezember 2010 von 13.30 Uhr bis 16 Uhr: Bertrand HERZ, ein Jude, der als Kind in das Lager Buchenwald deportiert wurde.
Für die Lehrer stehen ein Dossier sowie ein pädagogischer Workshop zur Verfügung.

Am 29. November 2010 erzählt Yvette Lundy, eine deportierte Widerstandskämpferin, ihre Geschichte von ca. einhundert Schülern im Amphitheater Anne de Gaulle.
Die Schüler und Lehrer haben die Geschichte dieser Frau, die bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gerade einmal 24 Jahre alt war, mit sehr großer Emotion angehört. Diese Lehrerin und Sekretärin im Bürgermeisteramt von Gionges im Departement Marne hat sich zusammen mit ihren Brüdern und Schwestern nach und nach dem Widerstand angeschlossen. Denn bei den Lundys ist der Widerstand eine Familiensache…
„Was mir die Kraft zum Handeln gab, ist die Tatsache, dass ein französischer Offizier im britischen Rundfunk eine Nachricht der Hoffung und der Zuversicht verbreitete", erklärt Yvette LUNDY. 400 km mit dem Fahrrad während der Massenflucht im Mai 1940 und dann die Rückkehr in die Marne.
Während der Besatzung beschafft sie Ausweispapiere und Lebensmittelmarken vor allem für die Gefangenen, die aus dem Lager Bazancourt geflohen und von einem ihrer Brüder betreut wurden, aber auch für eine jüdische Familie aus Paris. Sie gibt den Fahnenflüchtigen des STO, verfolgten Widerstandskämpfern und alliierten Teams Unterkunft, die von Ausbruchsnetz Possum betreut wurden.
Nach Denunziation wird sie am 19. Juni 1944 festgenommen und einen Monat später in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, nachdem sie erst das Gefängnis von Châlons-sur-Marne, das Lager von Romainville und von Saarbrücken Neue Bremme durchlaufen hatte. Sie wurde am 16. November 1944 in das Lager Buchenwald überstellt und am 21. April 1945 befreit.
Yvette Lundy spricht vom Grauen der Lager mit sehr viel Zurückhaltung und einer großen intellektuellen Ehrlichkeit und behält sich bei einigen Fragen der Schüler auch das Recht vor, zu schweigen.
Ihr Engagement war das ganze Leben lang ihr Prinzip: Zunächst als Widerstandskämpferin während des Zweiten Weltkriegs, dann, ab 1960, als sie sich dafür entscheidet, bei den jungen Generationen "für diejenigen zu sprechen, die nicht zurückgekehrt sind, um ihr Andenken zu wahren“ erklärt sie mit Überzeugung.

Am 9. Dezember 2010 spricht Bertrand Herz vor einem Publikum von aufmerksamen und beeindruckten Gymnasiasten über seinen Werdegang als Deportierter der Shoah. 

Dieser Junge aus Paris, der 1940 gerade 10 Jahr alt war, bekam die antisemitischen Maßnahmen zu spüren, die von der Vichy-Regierung in Frankreich durchgesetzt wurden. Da sich die Situation der Juden ab 1942 immer weiter verschlimmert, flüchtet die Familie Herz nach Toulouse, wo sie hofft, der deutschen Besatzung zu entgehen. Vergebens.
Man schreibt den 5. Juli 1944. An diesem 5. Juli wird Bertrand Herz zusammen mit seinen Eltern von der deutschen Polizei verhaftet: An diesem Tag beginnen die Erniedrigungen und Leiden für ihn und seine Familie. Die Familie wird in die Lager von Buchenwald für die Männer und Ravensbrück für die Frauen deportiert.
Er ist der einzige, der nach der Deportation im April 1945 heimkehrt, mit dem großen Wunsch zu leben und seine Studien erfolgreich abzuschließen.
„45 Jahre lang, - erklärt Bertrand Herz – habe ich nicht über Deportation gesprochen und mich nur auf mein Familien- und Berufsleben konzentriert. Als ich 1990 in Rente ging, habe ich beschlossen, mich in der Arbeit des Gedenkens zu engagieren... Warum? Das Wachsen der extremen nationalsozialistischen Rechten, das Attentat der Rue Copernic und die Tatsache, in Rente zu sein, das sind die Gründe, warum ich heute unter euch jungen Gymnasiasten weile, denn ihr seid so alt, wie ich bei meiner Deportation war: 14 Jahre!“







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